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Paula kommt

Frag Paula: Treuehormon - so wirkt es wirklich!

Staffel 126.04.2017 • 13:00

Ob der Partner treu ist oder nicht, liegt nicht nur an ihm selbst, sondern auch an einem sogenannten Treuehormon. Paula Lambert klärt auf.

Oxytocin: Was steckt hinter dem Treue-Hormon?

Oxytocin gilt als Treue- und Kuschelhormon und soll sogar dafür sorgen, dass Menschen empathischer, vertrauensvoller und vor allem monogamer werden. Doch funktioniert das wirklich? Und lässt sich das Treue-Hormon Oxytocin selber "aktivieren"? Paula Lambert hat sich diese Fragen einmal genauer angesehen.

Was ist Oxytocin?

Oxytocin ist eines der wichtigsten Neurohormone, über die der menschliche Körper verfügt. Paula Lambert weiß: Das Kuschelhormon wird zum Beispiel bei zärtlichen Berührungen ausgeschüttet und sorgt beim Orgasmus für ein Gefühl tiefer Verbundenheit mit dem Partner. Früher wurde Oxytocin trotzdem vor allem als Frauenhormon bezeichnet und in der Geburtsmedizin eingesetzt, weil es außerdem Wehen einleitet, die Milchproduktion stimuliert und die Bindung zwischen Mutter und Kind stärkt.

Mittlerweile weiß man, dass das Treue-Hormon aber noch viel mehr kann. Oxytocin wirkt sich auf das gesamte soziale Miteinander aus und sorgt unter anderem dafür, dass das Vertrauen in andere Menschen gestärkt, Stress und Angst reduziert und Aggressionen gedämpft werden. Ein besonderer Effekt, den Oxytocin offenbar nur bei Männern in Paarbeziehungen hat: Es stärkt die Zweierbindung und sorgt für monogames Verhalten. Studien des Forschers René Hurlemann vom Uniklinikum Bonn zeigten 2013, dass Männer in einer festen Partnerschaft unter dem Einfluss von Oxytocin deutlich mehr Abstand zu fremden Frauen halten, als ohne die Extra-Dosis des Treue-Hormons, selbst wenn die Damen äußerst attraktiv sind.

Finger weg von Oxytocin in Fläschchen!

So gut das alles klingen mag, von Oxytocin in Fläschchen oder als Nasensprays, wie sie inzwischen bereits im Internet angeboten werden, solltet ihr unbedingt die Finger lassen! Paula Lambert erklärt warum: Ersten ist völlig unklar, was wirklich in den total überteuerten Präparaten drin steckt, und zweitens, kann eine regelmäßige Einnahme von zusätzlichem Oxytocin negative Folgen für den natürlichen Hormonhaushalt des Körpers haben. Und: Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf das Kuschelhormon. Ob ihr mit der Zusatzgabe also tatsächlich den gewünschten Effekt erzielt, ist völlig unklar. Außerdem gibt es genug andere Methoden, um das Treue-Hormon zu aktivieren: Kuscheln, Umarmen und Küssen zum Beispiel.

Fazit: Oxytocin hat sich in den letzten Jahren vom reinen Frauen- und Geburtshormon zum Tausendsassa des sozialen Miteinanders gemausert. Das Treue-Hormon soll monogam machen, empathisch und vertrauensvoll und sogar Ängste abbauen können. Selber solltet ihr aber auf keinen Fall mit Oxytocin herumexperimentieren, außer ihr sorgt durch Umarmungen, kuscheln und Sex für die Extra-Portion des bindungsstärkenden Neurohormons, empfiehlt Paula Lambert.